Hallo Welt, wie versprochen hier die Empfehlung des Monats April: Kochen mit frischen Kräutern.
Was? Das tun Sie schon? Na umso besser
Für alle anderen ein paar Bilder und Ideen zum eigenen Kräutergarten.
Ich habe mir an einem strategisch günstigen Platz ein Kräuterbeet angelegt. Strategisch günstig bedeutet: so nah wie möglich an der Küche, am Besten wäre es in der Küche, aber das klappt nicht immer. Recht witzig diesbezüglich der Kräuterfahrstuhl von Promi-Koch Tim Mälzer. Haben Sie vielleicht schon gesehen: in seiner Kochsendung hängt da so ein Gebilde an einer Kette über ihm, so eine Art Stahlaufzug mit lauter kleinen Töpfen mit den verschiedensten Küchenkräutern. Wenn er dann ein Kraut braucht, lässt er flugs die Plattform an der Kette herab, schnippelt flink und sicher und während das Kraut bereits in den Topf gleitet, schwankt schon wieder alles nach oben. Das geht bei mir als die coolste und funktionellste Lösung durch. Wenn Sie es sich anschauen und am Ende kaufen möchten: der Herr Mälzer bietet es in seinem Shop an – hier der Link.
Haben Sie aber etwas mehr Platz, z.B. einen Balkon oder gar einen Garten – dann muss man ja echt nicht geizen. Hier können Sie deutlich entspannter in Punkto Platz und wesentlich einfacher bezüglich Hege und Pflege Ihre favorisierten Küchenkräuter platzieren. Auf dem Titelbild oben sehen Sie meine Kräuterecke. Das Wesentliche bei der Ortswahl ist neben den biologischen Anforderungen (Sonne, Erde, Wasser) die Nähe zur Küche und die Erreichbarkeit bei jeder Witterung. Ganz hinten im Garten, wo ich durch den Babbel laufen muss (Babbel = feuchtes Erdreich) ist bei starkem Regen ganz gewiss nicht die beste Stelle. Bei mir liegt das Kräutergärtchen daher an der Terasse – die erreiche ich meist ganz trocken, da am Rande überdacht. Zugleich gibt es dort Erde, Sonne und Wasser – somit macht es auch den Kräutern Spaß, dort zu wachsen.
Was aber pflanzt man an? Das ist natürlich eine ganz individuelle Sache. Ich zum Beispiel koche gerne bodenständig und einfach, dafür aber in der richtigen Dosierung. Wer meinen Blog liest und verfolgt, sieht auch, dass ich versuche, auf Chi-Chi zu verzichten, deswegen zieren meinen Kräutergarten:
Schnittlauch
Schnittlauch kann man gar nicht genug haben; im Winter habe ich immer gefrorenen im Eisfach, ansonsten wird er frisch mit der Schere geschnippelt und dann gehackt. So wandert er in Salate, in Omelettes, in Suppen, über Spiegeleier usw. Schnittlauch ist “mehrjährig”, d.h. er wächst im Frühjahr unter guten Bedingungen wieder an der gleichen Stelle.
Petersilie
Ich kultiviere die krause Petersilie, sowie die glatte oder Blattpetersilie. Erstere eignet sich sehr gut zum Hacken und Würzen von Salzkartoffeln und Omelettes. Zweitere nehme ich für Salate und zum Garnieren. Petersilie ist ebenfalls Bestandteil des klassischen Bouquet Garni (3 Petersilienstängel, 1 Thymianzweig, 1 Lorbeerblatt), wobei man das Bouquet immer auf den Zweck abstimmen sollte. Für Lammschmorgerichte z.B. nehme ich gerne Thymian, Salbei und Rosmarin, bei Fisch Dill und Estragon, und so weiter.
Salbei
Eignet sich hervorragend für Lamm und Kalb; ein Klassiker ist Saltimbocca aus der italienischen Küche, Kalbsschnitzelchen mit Salbeiblättern und Parmaschinken in Öl gebraten – sehr lecker! Salbei passt aber auch in Salate, Marinaden und zu mediterranem Geflügel. Letztlich zählt Salbei auch zu den Heilkäutern und man kann Tee daraus zubereiten.
Dill (hier im Hintergrund rechts zu sehen), Minze (im Vordergrund)
Dill gehört in Gurkensalat und zu Fischgerichten, passt sehr gut zum Lachs, z.B. in dieser Sauce.
Minze ist eine leckere Zutat für Nachspeisen (Eis) und Yoghurtsaucen für Grillgerichte (die stelle ich auch noch ein), außerdem lässt sich auch ein Tee aufbrühen.
Estragon
Estragon ist eine willkommene Zutat für Fischgerichte, passt aber auch zum Geflügel. Er ist außerdem mehrjährig und wächst an der gleichen Stelle wie im Vorjahr wieder aus. In der französischen Küche ist er Bestandteil der “Fines Herbes” neben Schnittlauch, Kerbel und Petersilie sowie Zutat für die “Sauce Béarnaise”.
Oregano
Ist mehrjährig, wenn er den Winterfrost überlebt. Fester Bestandteil der Pizzaiola und vieler mediterraner Gerichte, passt zu Lamm, findet sich in Marinaden. Bestandteil von Chilli con Carne.
Thymian
Passt definitiv zum Lamm, Rind und Geflügel. Mediterranes Gewürz, fügt sich toll zu Wein und Knoblauch. Bestandteil der “Kräuter der Provence” neben Rosmarin, Majoran und Bergbohnenkraut (bzw. auch noch Basilikum, Lavendel und Salbei).
Majoran
Majoran ist ein guter Begleiter für Kartoffelgerichte, zum Beispiel Runde Knöpfe. Er ist mit dem Oregano en verwandt, schmeckt aber intensiver und anders als dieser.
Rosmarin
Ganz wichtig und auch dekorativ ist Rosmarin. Seine Zweige eignen sich zusammengebunden als Pinsel, um damit Öl auf das Grillgut aufzutragen. Ebenso schätze ich Rosmarin als Zutat zu den Rosmarin-Kartoffeln (ja sorry. muss ich auch noch einstellen
). Er passt auch sehr gut zu Lamm und ist auch Begleiter von Geflügelgerichten. Wie viele andere mediterrane Gewürze geht er gerne im Winterfrost über die Wupper. Leider.
So liebe Welt, das wären meine Kräuter. Wer aufmerksam gelesen hat, der sieht, dass mir selbst noch Kräuter für so manchen Einsatz fehlen, so z.B. Bergbohnenkraut für die Kräuter der Provence. Und außerdem gibt es noch sehr viele Varianten zu den genannten Kräutern (z.B. Zitronenthymian, Zitronensalbei) sowie viele weitere liebenswerte und nützliche Kräuter (Kresse, Sauerampfer, Bohnenkraut, Lorbeer, Lavendel, Basilikum, etc.). Daher nun zum Abschluss mein letzter Rat: Der ideale Kräutergarten besteht aus den Kräutern, mit denen Sie jeweils gerade Kochen wollen und nicht aus möglichst vielen Kräutern, die Sie dann doch nicht verwenden. Auch wächst nicht jedes Kraut das ganze Jahr in gleicher Qualität und Pracht, was Sie weiter einschränkt. Oder es wird gerne von Vögeln aufgefressen (Basilikum).
Von daher: Ruhe bewahren und rantasten – und vor allem viel Spaß beim Gärtnern!
Liebe Grüße, euer Leroy









